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Stalker "Lagerfeuergeschichten"

Im Spiel wird so manch eine Geschichte erzählt. Hier eine Sammlung dieser…

FIXME Absätze

Abendessen in der Pathologie

Ein Freund hat mir das hier berichtet: Sein Boss weckte ihn mitten in der Nacht auf, er solle schnell ins Labor kommen. Eine Ladung wäre eingetroffen. Mein Freund, noch im Halbschlaf, hatte keine Ahnung, was vor sich ging. Und was zur Hölle war mit dieser Ladung? Und sein Boss fragte ihn, ob er betrunken sei. Eine frische Leiche läge auf dem Tisch, das Abendmahl sei angerichtet. Jedenfalls ging mein Freund zu diesem Tisch und sah ETWAS … Glaubt mir, er hat schon etliche Leichen aus der Zone gesehen, gekochte, verbrannte, auseinander gerissene, ganz zu schweigen von den vielen Mutanten … Aber was er dort sah muss abscheulich gewesen sein! Auf den ersten Blick sah es wohl wie ein menschliches Wesen aus, lediglich der Kopf war völlig überproportioniert. Er war riesig und gerippt wie ein Kürbis. Und sein Körper? Als ob er direkt aus dem Konzentrationslager kam, nur Haut und Knochen. Aber das fand er erst später raus. Zuerst habe er nur einen Klumpen Fleisch gesehen, der von oben bis unten mit einer orange-roten Suppe verschmiert war, Blut oder sowas … Diese Schwachköpfe waren mit Sicherheit nicht geizig mit ihren Kugeln. Und da erzählen die immer was von Pflicht … nach anomalen Objekten suchen … zum Teufel … leckt mich! Meinem Freund zufolge sah das Ding aus wie eine Mischung aus einem Sieb und einer zerfetzten Wärmeflasche … offensichtlich haben sie es auch noch völlig zertreten. Das war kein Objekt mehr, nur noch ein verdammtes Stück Fleisch in schwarzen Tüchern. Also schuftete er sich den Rest der Nacht und den halben Morgen lang zu Tode. Scheinbar handelte es sich bei dem Ding um diese Kreatur, die von den Einwohnern als Illusionist bezeichnet wird: in schwarze Lumpen verhüllt, ein Schädel mit einem Umfang von fast einem Metern, flößt den Stalkern Halluzinationen ein … Wisst ihr, was daran lustig ist? Das, was sie für sein Gesicht hielten, war in Wirklichkeit die Oberseite des Kopfes. Ich meine, das Ding hat ein Gesicht, aber es total winzig: die Lider sind ständig geschlossen und die Nase ist gerade so groß wie eine Stecknadel, aber dafür hat es ein riesiges Maul. Wahrscheinlich hing sein Kopf während des Laufens ständig nach unten, weil es keine Kraft hatte, ihn oben zu halten. Und jetzt ratet mal, wovon dieses Viecher sich ernähren? Von Pilzen! Von verdammten Pilzen! Ihr wisst schon, die Zone ist voll davon. Die Alteingesessenen behaupten, dass diese Kreaturen den Saft aus den Pilzen pressen. So viel zum Thema schlechtes Essen … Und wisst ihr, was er noch in seiner kleinen Beuteltasche um die Hüfte versteckt hielt? Na? Wie solltet ihr auch darauf kommen! Es war ein getrocknetes Gehirn. Und wollte ihr wissen, wessen Gehirn das war: sein eigenes!

Leichte Beute für den Telepathen

Wir hatten da mal diesen Schwachkopf bei uns … Wir sind also durch die Gegend gezogen und haben hier und dort mal ein kurzes Päuschen gemacht, und sobald wir das taten, setzte er sich auf seinen Hintern und machte ein Nickerchen. Jedes Mal, wenn wir wieder aufbrechen mussten, war er als letzter wieder auf den Beinen. Nun ja, eines Tages hatte er es dann geschafft … er fiel zurück und ein Telepath kriegte ihn zu fassen - zack! Das war's für sein Hirn. Ihr Neulinge solltet besser aufpassen. Jedes Rascheln, jede Bewegung … Und wenn es nur ein verdammtes Kaninchen ist … Obwohl … Gott bewahre euch davor, einem der einheimischen Kaninchen zu begegnen … Egal, ihr müsst jede einzelne Sekunde wachsam bleiben. Magazine und Granaten ständig griffbereit und den Finger immer am Abzug. Sobald ihr etwas bemerkt, feuert ihr erst mal ein halbes Magazin drauf. Da ist etwas im Busch? Dann solltet ihr zuerst schießen und dann fragen. Das sind die Grundregeln hier draußen: Denkt zu lange nach und ihr seid im Handumdrehen Fischfutter! Und wegen der Telepathen: Nun, das ist ein Geschichte für sich. Ihr schießt eine Salve Richtung Rascheln und schmeißt euch umgehend auf den Boden, noch in der selben Sekunde! Auf den Rücken oder auf den Bauch, das ist vollkommen egal. Der Telepath hat euch, sobald er euch sieht. Er muss sich wohl irgendwie konzentrieren. Also bleibt unten und achtet auf jedes Geräusch, um herauszufinden, ob der Abschaum auf euch zu kommt. Dabei könnt ihr leise eure Waffe nachladen oder eine Granate zur Hand nehmen. Wenn alles ruhig bleibt, zählt ihr bis drei und dann rennt ihr um euer Leben! So weit wie es nur geht! Verstanden? Ihr Grünschnäbel … Seid wachsam und zwar jede einzelne Sekunde, das ist eure einzige Chance zu überleben …

Fallen

Wisst ihr, ich habe nachgedacht … Na ja, nicht wirklich nachgedacht, ich hatte da nur so eine Idee … Was wäre, wenn all das hier, ich meine, einfach alles um uns herum, nur eine Art Experiment wäre? Ihr wisst schon, wie die kleinen grünen Männchen … Warum sollte es nicht so sein? Die Erklärung ist genauso gut wie jede andere auch … Ich frage mich: Wenn das hier wirklich nur ein großes Versuchsgebiet ist, was genau wollen sie dann sehen? Welche Artefakte wir am meisten begehren? Und was wäre, wenn diese Artefakte sowas wie Bomben wären, hä? Die gibt's bestimmt auf der ganzen Welt, in allen möglichen Laboren. Schließlich zahlen die Reichen und Mächtigen dafür richtig viel Geld, oder nicht? Nach dem Motto: „Hey, cooles Zeug! Das muss ich haben!“ Mann, ihr glaubt gar nicht, was für nutzlosen Plunder die euch abkaufen, solange es nur aus der Zone stammt … Ihr wisst schon, dieses ganze „Na, bin ich nicht cool“-Gehabe, um jeden neidisch zu machen … Und dann eines Tages … Ka-wumm! Denkt mal drüber nach! Könnte doch sein. Ha! Aber wer weiß schon, was wirklich hinter all dem steckt … Vielleicht die Jungs, die schon mal hinter der Antenne waren … Vielleicht wissen sie etwas, können aber nichts mehr sagen, nur noch sabbern und nuscheln. Vielleicht ist ja genau das der Grund, warum sie nur noch sabbern und nuscheln. … Ich kann jedenfalls nicht aufhören, darüber nachzudenken … Das ist alles ziemlich übel, wirklich …

Die Geschichte wissenschaftlichen Verlierer

Stimmt … Ich erinnere mich, du hast mich letzte Nacht irgendwas gefragt, ich weiß nur nicht mehr was … Ach ja, ich hab's. Du wolltest wissen, warum nur wir Schwachköpfe hier in der Zone unser Leben riskieren. Warum hier keine Ausländer auftauchen, obwohl es hier genug Material für Tausende von Nobelpreisen gibt … Lass uns mal überlegen. Erstens: Warum sollten sie hier runter kommen, wenn sie einfach ein paar Idioten wie uns bezahlen können, um ihnen die Ergebnisse auf dem Silbertablett zu präsentieren? Und zweitens: Einige waren schon mal hier, sogar etliche. Aber in den letzten zwei Jahren wurden die Fremden gehörig verschreckt, was das Eindringen in die Zone anbelangt … Da gab's einen Zwischenfall. Jetzt kaufen sie lieber die Beute und Informationen. Und sie zahlen ziemlich gut, so dass viele Solitärstalker für sie arbeiten und auch Plünderer … Du kennst diese Geschichte noch nicht? Ach komm! Die ganze Zone hat von nichts anderem gesprochen und du willst nichts davon mitbekommen haben? Was soll's. Da war mal diese große Expedition, es waren alleine um die dreißig Wissenschaftler, Leute aus aller Welt … ziemlich große Nummern, echte Größen auf ihrem Gebiet … Sie waren bestens ausgerüstet, die ganze Ausrüstung war nur vom Feinsten, und die hatten sie tonnenweise. Eine halbe Kompanie hat sie zum Schutz begleitet und einige unserer Leute, die sich dort auskannten. Sie sind alle in ihre Panzerwagen gestiegen und los gefahren. Und was ist dann passiert? Zirka eine Woche später kamen sie zurück: zwölf Leute in einem völlig zerstörten Fahrzeug. Sie kamen gerade mal bis zum Dorn im fauligen Wald, als sie in einen Hinterhalt gerieten … Die Plünderer … Diesen Hundesöhnen ist's egal, wo du herkommst. Sie haben fast alle getötet. Nur drei haben es über die Grenze geschafft, zwei Stalker und einer von unseren Jungs. Letzterer ist wegen der ganzen Aufregung durchgedreht, also mussten sie ihn ins Irrenhaus schicken. Nun schreibt er ein Buch über die Zone, so weit ich weiß. Den Stalkern schien es so weit ganz gut zu gehen, liegt wohl an der Erfahrung. Aber sie sind wohl auf ihre eigene Art durchgedreht. Einer von ihnen ist zum Radar aufgebrochen und wurde nie wieder gesehen. Der andere ist hierher zurück gekehrt. Schon mal von Station 32 gehört? Dort haben sie alle ins Gras gebissen. Zunächst war alles ruhig, beinahe normal. Sie beobachteten ihre Instrumente, nahmen Proben, steckten ihre Ausrüstung in Anomalien, und dann verloren alle den Verstand. Jeder einzelne von ihnen. Mit der Zeit hat es jeden erwischt. Einer unserer Leute, der dort aufgehört hatte, erzählte mir davon. Einige schnitten sich die Kehle auf, andere schlugen ihre Köpfe vor die Wand und manche nahmen sich einfach eine Pistole und … schossen sich in den Mund … Und dann sind diese Biester einfach über sie hergefallen. Die wenigen, die noch halbwegs klaren Verstandes waren, verbarrikadierten sich im Haus. Du kannst dir die Situation vorstellen, oder? Eine dunkle Nacht, alle Bestien der Umgebung draußen vor dem Gebäude versammelt und drinnen dreht einer nach dem anderen durch. Am nächsten Morgen versuchten alle, die noch dazu in der Lage waren, irgendwie von dort zu fliehen. Sie rannten einfach ziellos davon, wurden zum Teil Opfer von Anomalien … Letztlich haben es einige bis zum fauligen Wald geschafft, aber von den Zurückgelassenen war später nichts mehr zu finden. Man sagt, dass in der Gegend viele Telepathen zu verzeichnen sind. Das war also der Zwischenfall … Seitdem begibt sich niemand mehr auch nur in die Nähe von Station 32, und Leute von außerhalb meiden die Zone komplett …

Wächter-Illusion

Ich werd euch jetzt mal was verraten: Ich war dabei, als die Wächter-Typen diesen Illusionisten gefangen haben! Bin zufällig da rein geraten. Bei meinem Auto, ein Niva, ist der rechte Vorderreifen abgefallen. Die Schrauben sind einfach durchgebrochen, als ich über so einen Hügel gefahren bin, und ich hatte nicht ein einziges Ersatzteil dabei. Ich fluchte einen Moment lang, doch dann kam ich auf die Idee zum Kraftwerk zu gehen und mir dort alles Nötige zu besorgen. War nur einen halben Kilometer entfernt, nur dreißig Minuten zu Fuß, hin und zurück. Außerdem war ich früher schon mal dort … Dann plötzlich sah ich die Wächter! Nicht nur eine Patrouille, da waren mehr als fünfzig von ihnen! 'Was geht da vor', fragte ich mich. Also versteckte ich mich im Gebüsch. Ich dachte mir: „Wenn die mich sehen und die Gegend durchkämmen, ist das mein Ende.“ … Ich legte mich also flach auf den Boden und hielt den Atem an. Plötzlich hörte ich einen Feuerstoß und alle fingen an, wie verrückt durch die Gegend zu ballern! Zuvor hatte ich nur ein einziges Mal in meinem Leben so ein Geballere gehört … beim ersten Angriff auf die Basis, wisst ihr noch? Egal, jedenfalls lag ich dort und hörte zu … Überall flogen Kugeln durch die Luft! Fünf Minuten später war alles ruhig und ich versuchte zu hören, ob jemand in meine Richtung kommt. Konnte aber nichts hören. Also nahm ich meinen Mut zusammen und riskierte einen Blick durch mein Fernglas. Die Kerle zogen ab, auf Segeltüchern im Schlepptau ihre gefallenen Männer und den Illusionisten … oder was von ihm übrig war. Sie verschwanden in Richtung Tal. Dann hörte ich Motorgeräusche, die sich entfernten. Ich verharrte noch eine Weile, um sicher zu gehen, dass niemand mehr dort war. Dann ging ich hinein. Es heißt, die Wächter machen keine halben Sachen! Das wollte ich mir selber ansehen. Was für ein Anblick das war! Die Wände waren total zerlöchert, ein Wunder, dass sie noch standen. Auf dem Boden lagen Dachträger verteilt und das Dach war zum Teil eingebrochen. Überall lagen Patronenhülsen herum, ein wahres Schlachtfeld. Blut, ein paar Überreste … nichts Brauchbares war zu finden. Ich sah ein Maschinengewehr und zwei volle Magazine, aber sie waren so sehr eingeklemmt, dass man sie nicht heraus bekam. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich nicht mehr an meine Schrauben gedacht habe … Also ging ich zurück zu meinem Wagen, dachte noch eine Weile über die ganze Sache nach und nahm dann je eine Schraube von den anderen Reifen, um schön langsam zurück zu fahren. Was wäre wohl gewesen, wenn ich eine halbe Stunde früher dort aufgetaucht wäre? Das macht einen nachdenklich, nicht wahr?

Serij in Prypjat

Einmal habe ich es bis in die Randbereiche von Prypjat geschafft. Ich wollte mich zuerst etwas umsehen. Also suchte ich mir den höchsten Punkt, dieses riesige Kesselhaus mit dem Schornstein. Ich schlich ganz vorsichtig hinein. Sah ganz gut aus, überall war Staub und keinerlei Fußabdrücke … also kroch ich in die Brennkammer und kletterte die Leiter im Schornstein hinauf. Der Ruß schmierte nicht einmal mehr, er war hart wie Stein. Als ich oben ankam, riskierte ich einen Blick hinaus … eine herrliche Aussicht! Die halbe Stadt erstreckte sich direkt vor meinen Augen! Ich nahm mein Fernglas und sah mich um. [kurze Pause] Und dann … Ich wollte gerade wieder runter klettern, als mir einfiel, dass ich noch gar nicht nachgesehen hatte, was sich unter mir so tut! Also beugte ich leicht nach vorne über, schaue nach unten … Oh Mann! Da wäre ich in einen Schlamassel hinein geraten! Da unten schlenderte dieser Zwerg über den Hof und ich wäre beinahe runter geklettert! Gott sei dank hatte er mich noch nicht bemerkt. Allerdings konnte ich ihn auch nicht erledigen: die Akm hing an meinem Rücken und der Schornstein war viel zu eng, um nach ihr zu greifen. Die Makarow unter meinem Arm hätte mir auch nicht viel genützt, es waren fünfzig Meter Entfernung plus die Höhe des Schornsteins … wenn ich ihn nicht gleich beim ersten Mal erwischt hätte, wäre es das für mich gewesen. Also wartete ich da oben und dachte nach. Ich beobachtete ihn, um zu sehen, was er vorhatte. Und er führte etwas Seltsames im Schilde, das kann ich euch sagen. Zuerst durchstöberte er einen Müllhaufen, schmiss den ganzen Kram durch die Gegend. Dann plötzlich blieb er wie eingefroren stehen, versuchte wohl etwas zu hören. Dann ging es los. Der Müll in dem Haufen fing an sich zu bewegen. Der Zwerg sprang zurück, stand auf, fasste sich mit seinen Händen an den Kopf und verdrehte sie irgendwie komisch … auf einmal fliegt der ganze Müll auf ihn zu, aus allen Richtungen! Eisenstücke, Ziegelsteine, Gummi, Äste, Abfall, einfach alles … Er war von unten bis oben eingegraben. Heiliger Strohsack, der kleine Kerl muss tot und begraben sein, das war's für ihn. Von wegen! Ungefähr zwei Sekunden lang regte sich nichts mehr und dann … Wumm! Der Müll wurde durch dir ganze Gegend geschleudert! Da waren Eisenrohre, die mitten in den Betonmauern stecken blieben. Der Zwerg blieb zirka eine Minute lang dort stehen, er schien nachzudenken, dann drehte er sich um und trottete ins Haus. Ich brauchte eine Weile, um wieder Atem zu fassen. Ich dachte: „Wird Zeit, meine Haut in Sicherheit zu bringen“. Plötzlich nahm ich den Geruch von Rauch wahr und es wurde verdammt heiß. Verdammt! Jemand hat ein Feuer da unten entzündet! Eine Minute später konnte ich kaum noch atmen. Ich konnte noch nach draußen auf die Kante des Schornsteins klettern, aber dort war keine Plattform oder ähnliches. Also saß ich einfach auf der Kante und ließ meine Füße baumeln. Der Rauch brachte meine Augen zum Brennen und ich rang nach Luft … Ich musste dringend da runter! Zum Glück habe ich immer ein langes Seil bei mir, zirka vierzig Meter lang, für den Fall der Fälle, ihr wisst schon. Also nahm ich das Seil und befestigte es notdürftig am Schornstein. Das Seil war nicht gerade dick, also zeriss ich meine Krawatte und band sie mir um die Hände. Anschließend kletterte ich hinunter und betete zu allen mir bekannten Göttern … Ich konnte nur noch denken: 'Lasst mich bloß nicht runter fallen!' Schließlich gab es keine Sicherheitsleine, nichts! Das Seil schnitt sich förmlich in meine Hände. Und natürlich endete das Seil ungefähr 5 Meter über dem Boden. Ich musste springen. Mir blieb keine andere Wahl. Ich bin voll herunter geknallt! Zum Glück hab ich mir nichts gebrochen, aber ich fing mir etliche blaue Flecken ein und mein rechtes Bein war verstaucht. Mein ganzer Körper tat höllisch weh. Trotzdem bin ich gerannt wie der Teufel. Bei einem Rennen hätte es bestimmt zur Goldmedaille gereicht …

Über Einsamkeit

Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Bisher dachte ich immer, dass ich schon einige wirklich schöne Frauen gesehen habe. Aber diese … Sie war einfach … perfekt. Ja, das war sie. Perfekt! Plötzlich war die ganze Welt um sie herum nur noch schwarzweiß und irgendwie verschwommen. Aber sie … sie war scharf, deutlich zu sehen und farbenfroh. Und wie sie sich bewegte! Mann, so etwas hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich hatte einen Kloß im Hals. Aber was hatte sie mit all den Wissenschaftlern zu tun? Und was hatte sie in der Zone verloren? … Ihr habt richtig gehört, in der Zone! Die Nacht war gerade angebrochen … Da ist dieses neunstöckige Wohnhaus nahe des Busbahnhofs. Erst blitzte etwas in einem Fenster im Erdgeschoss auf. Ich entsicherte sofort meine AK, doch plötzlich stand sie da, kam geradewegs aus dem Gebäude … Ich wollte mir schon verwundert meine Augen reiben, ich meine, man kann ja einiges in der Zone erwarten! Sie kam auf mich zu. Aber ich stand einfach nur da wie ein Vollidiot und starrte sie an … die Waffe noch immer im Anschlag, aus Gewohnheit … Dann bemerkte sie mich … lächelte … grüßte mich … Ich hörte ihr zu, verstand aber nicht, was sie sagte, ich starrte sie einfach nur an. Sie trug einen blauen Overall, hellblau … aber er war überhaupt nicht luftig, lag eng an, beinahe wie ein Catsuit. Und ihr Körper einfach unglaublich! Dann bemerkte ich, dass ich ihr gar nicht richtig zuhöre, sondern nur über das ganze Gesicht grinse. Sie gehörte zur Forschungsgruppe. Sie fragte mich, ob ich ihr helfen könne. Ihr helfen! Für sie wäre ich geradewegs in jede Anomalie hinein gesprungen! Sie sagte, dass sie die … wie hieß das doch … na ja, auf jeden Fall irgendwas in der Zone erforschen würde. Ihr wisst schon, die Pflanzen, die nur hier in der Zone wachsen. Sie war vor den Sicherheitskräften geflohen, weil sie nicht wollte, dass diese überall herum schnüffeln, und war ganz alleine dort hingelangt. Ich weiß nicht, irgendwie glaubte ich ihr. Also erklärte ich mich bereit, ihr zu helfen, ihr einige Dinge zu besorgen. Zwei Tage später sollte sie zurück kommen, so haben wir es vereinbart. Während ich den Kram für sie organisierte, wäre ich fünf mal fast ums Leben gekommen. Ich ging mit nur einem einzigen Gedanken dorthin: Ich würde sie wieder sehen! Aber daraus wurde nichts. Ich konnte nicht einmal mehr das Haus sehen, wo ich ihr begegnet war. Das war's also … Aber ihr hättet sie sehen sollen! Sie war so … sie strahlte einfach aus dem Inneren heraus.

Der S.T.A.L.K.E.R. Prowodnik

Kennst du schon die Geschichte von Prowodnik? Der erste echte Stalker! Er war der Erste, der in die Zone eingedrungen ist, und er ist immer noch am Leben. Man sagt, dass er dich an jeden Ort führen kann, den du ihm nennst. Ihn zu finden ist allerdings eher schwierig, da niemand weiß, wo er gerade ist … Abgesehen davon hilft er auch nicht jedem. Soweit ich weiß, sind seine Dienste recht teuer, aber wenn du ihn aufspürst und über das nötige Kleingeld verfügst, bringt er dich an jeden gewünschten Ort. Ich würde mich gerne mal mit ihm unterhalten. Ich wette, dass er schon mal jenseits des roten Waldes war …

Supraleiter

Na ja, Knete haben und richtig viel Knete haben, das sind zwei unterschiedliche Dinge … Meinst du, die Kohle liegt einfach so auf der Straße rum? Hast Du 'ne Ahnung! Hier bist du ganz schnell dran oder wirst von einem Stalker erledigt. Du musst hier und da mal deine Birne einsetzen, am besten hier. Raubeine machen es hier nicht lange. Du kommst hier nicht weit, wenn du nur Stroh in der Birne hast … Egal, hör mir genau zu. Wir drei, Fleck, Schleife und ich, laufen so über den Bauernhof, als Abkürzung. Plötzlich sehen wir so einen Typen in unsere Richtung rennen. Also legen wir uns auf den Boden, der Typ läuft direkt an uns vorbei, bemerkt uns nicht mal. Der Typ war ziemlich klein und zog diesen riesigen Sack hinter sich her. Er hatte eine Maschinenpistole dabei, wir wären völlig zersiebt worden. Da fragt mich Fleck, ob wir ihn nicht mal durch die Mangel nehmen sollen und sehen, was er so alles bei sich hat. Ich sag dem Trottel, dass er ruhig sein soll, wir könnten dann sehen, wo er seine Beute versteckt! Und plötzlich … ist der Typ einfach weg! Wir haben nichts gesehen! Also bleiben wir dort und warten. Nach 20 Minuten taucht er plötzlich wieder auf, aus dem Nichts. Und während er da so steht und sich den Staub abklopft, schleicht sich Schleife hinter ihn und bläst ihm den halben Kopf weg. Er und Fleck durchsuchen so den Typen, hatte 'ne kugelsichere Weste und auch eine Gürteltasche. Ich musste dringend pinkeln, also geh ich ein paar Schritte weg. Den Jungs kann ich ja vertrauen, bekomm immer meinen Anteil. Und plötzlich - KAWUMM! Der Typ hatte seine Weste so verdrahtet, dass sie in die Luft fliegt, wenn sie jemand abnimmt. Ich bin dann sofort abgehauen, wer weiß, was für Typen da so aufkreuzen, nach der Explosion und dem Schuss. Einen Monat später bin ich wieder hin: keine Spur von Fleck, Schleife oder dem Typen, nicht ein Knochen! Nada! Da habe ich mir ausgerechnet, wo der Typ wohl in die Ruinen hinab gestiegen sein könnte und bin selbst reingekrochen … Hab drei Räume durchquert, absolut nichts! Dann seh ich ein paar aufgetürmte Betten in einer Ecke. Was zum Teufel hatten die dort zu suchen? Also habe ich sie auseinandergenommen, und was seh ich? Eine Luke! Ich mach sie also auf, schaltete meine Taschenlampe ein und … meine Gott … Ich war im Paradies! Was ich dort gefunden habe geht dich nichts an, aber es war nicht zu meinem Nachteil! Und jetzt denk mal drüber nach: Wenn ich mich vorher gerührt hätte, wäre ich schon tot oder würde barfüßig und sabbernd durch die Gegend laufen, wie manche andere …

Die Geschichte der Kampfdruiden

Da gibt es diese Gruppe … man nennt sie Schamanen oder Druiden. Die benutzen wohl überhaupt keine elektrischen Geräte, sie wollen der Natur verbunden bleiben und so … Nun, jedenfalls behaupten sie, dass die Zone auf elektrische Geräte heftiger reagiert, wegen der elektromagnetischen Strahlung oder so ähnlich. Angeblich werden Monster davon angezogen. Im Prinzip gehen sie davon aus, dass die Zone ein Arte lebendes Wesen ist, verstehst du? Mit all diesem Spielzeug da rein zu gehen ist also Quatsch. Wenn du die richtige Einstellung hast, kommst du auch ohne zurecht. Trotzdem tragen sie Sturmgewehre … Wahrscheinlich sind ihre Zähne und Krallen der Sache einfach nicht gewachsen, hä? Andererseits hört man nur selten, dass mal einer von denen ins Gras gebissen hätte. Zumindest seltener als bei uns … Wer weiß, vielleicht sind sie doch auf dem richtigen Weg. Aber sie stammen wohl überwiegend aus Weißrussland. Eines Tages würde ich mir die gerne mal aus der Nähe ansehen und ihre Taschen nach Artefakten durchsuchen …

Ghosts Schatten

Weiß einer, was es mit diesen super-geheimen Laboren tief in der Zone auf sich hat? Die funktionieren noch, oder? Was soll's … Wie schafft es überhaupt jemand, da draußen zu überleben? Keine Nahrung, keine Energie … Die Frage ist also: Was ist, wenn das nicht mal Menschen sind, die da arbeiten? Ich hab mit diesem Typen geredet. Hat die Labors nicht selbst gesehen … Nicht mit eigenen Augen, aber er hat komisches Gerede aus Jantar aufgeschnappt. Sie haben über ein Labor geredet. Da sagte der eine zu dem anderen, er habe dort jemanden gesehen. Soll einen Anzug getragen haben wie die von Stalkern, nur schicker. Und die Gestalt sagt ihm, er soll sich verpissen, sie arbeiten da oder was in der Art. Hat ihm eine Scheißangst eingejagt, das sag ich dir! Ich mein, hast du so was schon mal gesehen? Andererseits ist das nicht weit weg vom Roten Wald passiert … Du weißt schon, was ich meine … Genau, ist also vermutlich nicht wahr. Aber … Mutationen können die merkwürdigsten Formen annehmen, stimmt's nicht? Vielleicht sind das keine Menschen mehr, sondern Energiewesen. Könnte doch sein, oder? Komm schon, hör auf zu lachen … Das ist kein Witz ….

Ein albtraumsicherer Eimer

Ich erzähl dir mal was. In diesem Teil der Zone kannst du fast nicht mehr schlafen … Zum Glück kann ich eh nicht schlafen, aber die Albräume, die die Leute hier haben … Manchmal wachen sie morgens nicht mehr auf. Einige erleiden einen Herzanfall. Einige fahren aus der Haut, andere drehen völlig durch … Aber Gerüchten zufolge soll es tatsächlich ein Heilmittel geben. Wenn du wirklich dringend schlafen musst, dann such dir einen alten Eimer … ein großer Topf tut's auch … ein Kessel oder sowas, solange keine Löcher drin sind. Du ziehst ihn dir über den Kopf und hast eine ruhige Nacht. Du kannst gerne lachen wenn du magst, aber wir sprechen uns in ein paar Tagen, wenn du vor Erschöpfung fast tot umfällst. Idioten … Warum rennen jetzt wohl die ganzen Soldaten mit diesen protzigen Helmen rum, hä? Zwei Jahre lang hat man sie nicht mehr gesehen und nun sieht man sie überall! Und die Schutzhelme sind neu. Jemand hat die Leiche von so einem Soldaten gefunden, da konnte man es sehen: Im Helm ist ein Netz aus Kupferdraht. Was zum Teufel hat das da drin zu suchen? Merk dir meine Worte, irgendwas ist verdammt faul an der Sache. In Bezug auf Anomalien ist der Ort hier nutzlos, es ist einfach nicht die Gegend dafür, andere Gegenden wiederum sind sicherer und bieten viel mehr Beute … Ich tippe darauf, dass sie diese Gegend untersuchen. Sie markieren das Gebiet für ihre Basis. Sie wollen bestimmt zum Sarkophag vordringen, sage ich. Und wenn es so weit ist, sollten wir uns so weit wie möglich von ihnen fernhalten …

Abwehr, die Bewohner im Inneren

Habt ihr schon von der „Abwehr“ gehört? Das sollen echte Profis sein, Spitzenkräfte! Ihr hättet mal sehen sollen, wie die ihren Job erledigen, was die alles drauf haben! Nicht zu vergleichen mit den alten Säcken im Kordon! Nicht nur, dass sie ohne mit der Wimper zu zucken in jedes Höllenloch gehen, sie bleiben auch monatelang in der Zone! Bei Gott! Sie haben dort mehrere Stützpunkt und ein paar nette Verstecke, und sie werden per Hubschrauber mit Nahrung versorgt. Ihr Kommandant ist so ein Typ namens Gromow … Ist wohl nicht sein echter Name. Sie nennen ihn auch „Major“ oder „Grom“. Ihr glaubt mir nicht?! Pakhomitsch hat sie mal gefilmt! Er hat sie kurz gefilmt und ist dann gleich abgehauen, er wollte sich keine Bleivergiftung einfangen, wenn ihr versteht … Alles streng geheim. Ihr könnt doch alle Pakhomitsch, oder? Er kann's bezeugen! Die Jungs gibt es wirklich. Eliteeinheiten. Wer weiß, was die wirklich hier zu suchen haben. Und die Beute, die sie machen! Wenn ich nur ein Drittel davon bekommen würde, nein, zehn Prozent würden auch schon reichen! Dann hätte ich jetzt schon eine Villa in Sotschi und würde es mir gut gehen lassen … Angeblich haben die so einen Apparat, mit dem man Monster schon auf 180 Meter Entfernung entdecken kann. Jede gottverdammte Kreatur! Wenn ich so ein Teil hätte, könnte ich überall in der Zone beruhigt picknicken … Und wisst ihr, was man noch so erzählt? Da gibt es diese anderen Kerle, keine Soldaten, sondern eher wie Stalker … Auf jeden Fall sollen ein paar von ihnen schon zum Zentrum der Zone vorgedrungen sein. Nicht nur, dass sie unbeschadet dort hingelangt sind, angeblich haben sie auch gelernt, die Bestien zu zähmen! Sie überschreiten nie die Grenze, und niemand begibt sich zu ihnen … außer vielleicht denjenigen, die dazu berufen sind, den Sarkophag zu erreichen. Und sie haben auch etliche Artefakte! Die Wächter wissen bescheid … diese Schleimer … Sie wissen von ihnen und bekämpfen sie, aber sie verlieren kein Wort darüber! Wenn man einen von ihnen drauf anspricht, hört man nur „Unsinn!“ Mistkerle, nicht wahr?

Von denen, die bei der Antenne waren

Brüder, habt ihr schon von den Ungläubigen gehört, die zur Antenne durchgebrochen sind? Zum Glück hat uns der Monolith den Weg gewiesen und unsere Brüder haben sie rechtzeitig erwischt. Einer wurde sofort ausgeschaltet, die anderen beiden sind geflohen. Feiglinge! Nichts als Feiglinge! Wahrer Glaube kennt keine Furcht! Zwei sind entkommen, aber der Monolith ist weise und allwissend. Er hat sicher seine Gründe, dass er sie am Leben gelassen hat.

Über den Monolithen in Träumen

Brüder, der Monolith hat mich letzte Nacht zu sich gerufen und ich habe mit ihm gesprochen. Er war unfassbar in seiner Größe und ich bin fast erblindet, doch sein Licht erfüllte mich mit einer Macht jenseits des menschlichen Verständnisses! Ich kann seine Macht in uns allen spüren! Nur der strenge Glaube kann das Böse besiegen. Er sagte mir, dass seine Macht nur diejenigen erfüllen kann, die festen Glaubens sind. Am Ende verriet er mir noch, dass unser Sieg kurz bevor steht!

Über die Glaubensprüfung

Brüder, der Monolith hat meinen Glauben getestet und ich wäre beinahe vom Weg abgekommen. Aber ich konnte widerstehen! Gepriesen sei der Monolith! Seine Prüfungen machen uns stärker! Wir waren auf dem Rückweg aus dem dunklen Tal und ich fiel zurück. Das Böse griff nach dieser Gelegenheit und versuchte mich zu verführen. Und … ich fing an zu zweifeln. Mein Weltbild wurde verzerrt, der Feind flüsterte Lügen ins Ohr, dass der Monolith uns nur als Sklaven missbrauchen würde. Aber dann wurde es mir klar: Dies war eine Prüfung! Ich besann mich auf den Glanz und die Herrlichkeit des Monolithen. So gewann ich meine innere Stärke und meine Zuversicht zurück. Seitdem habe ich keine Angst mehr vor Prüfungen und kenne keine Zweifel. Gepriesen sei der Monolith!

Über den Kampf im dunklen Tal

Ich wanderte durch das Dunkle Tal, ein Ort voller Ungläubiger, die die Macht des Monolithen noch nicht erkannt haben. Wir hielten Wache. Der Angriff begann in der Nacht und wir kämpften tapfer. Meine Brüder hielten ihre Stellung, wie es sich für echte Gläubige gehört, und der Monolith rief an diesem Tag viele von ihnen zu sich. Aber nicht mich! Meine Zeit war noch nicht gekommen. Meine Waffe war nutzlos und schwieg. Plötzlich sprach der Monolith zu mir: „Du gehörst zu mir und meine Macht ruht in dir. Bleibe fest in deinem Glauben und du wirst meine Feinde zu meinem Ruhme vernichten!“ Und dann wurde ich zum Schatten. Ich beugte mich runter und lief um sie herum. Diese dummen, ungestümen Spitzel haben nicht das geringste bemerkt. Sie dachten wir wären tot und sie lachten über die leeren Hüllen, die einst die Körper unserer Brüder waren. Aber ich war bereits hinter ihrem Rücken. Und dann strömte die Macht des Monolithen aus meinen Händen. So hat er sie alle umgebracht. Ich bin dankbar, dem Licht der Perfektion zu dienen!

Eine Bekehrung im schwarzen Wald

Brüder, während wir die Randbereiche des dunklen Waldes patrouillierten, stießen wir auf einen ungläubigen Solitärstalker. Obwohl er noch wie ein wildes Tier war, haben wir ihn nicht getötet, da wir erkannten, dass er schon auf dem Weg der Bekehrung war … Das ist die Weisheit des Monolithen: Wieder einmal zeigte er uns die wahre Haltung unserer Feinde. Unser Glaube ist nun noch stärker! Wir haben es fast geschafft, Brüder! Der Sieg über die Ungläubigen steht kurz bevor. Schon bald wird der Monolith unsere größten Wünsche erfüllen! Die wahrhaft Gläubigen werden von ihm angezogen, von seinem Ruhm, von seiner Größe! In seinem Glanz werden wir ewig leben!

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